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Haupt stellt sich vor – Regine Balmer

Wir fragen, unsere Mitarbeitenden antworten

Über einen hündischen Zufall kam Regine Balmer zum Haupt Verlag. Inzwischen ist sie seit über zehn Jahren im Verlag tätig und dank den unterschiedlichsten Projekten und Menschen ist sie noch nie der Routine zum Opfer gefallen.

Wie bist du zum Haupt Verlag gekommen?

Zum Haupt Verlag bin ich durch meinen damaligen Hund gekommen! Das ging so: Ich hatte eine Weile in Italien gelebt und war gerade in die Schweiz zurückgekehrt. Auf einem Hundespaziergang mit Bekannten erzählte ich von meiner Suche nach einer Arbeit in der Schweiz. Eine der Bekannten war mit der Haupt-Familie verwandt – und kurz danach (es war gerade mein Geburtstag) erreichte mich ein Telefonanruf. Im Verlag war eine Stelle zu besetzen. Ich hatte zwar ein abgeschlossenes Studium und verschiedene Arbeitserfahrungen, aber ich hatte noch nie in einem Verlag gearbeitet und erhielt ein tolle Chance. Da gab es unendlich viel zu lernen.

Was sind deine Aufgaben im Haupt Verlag?

Als Programmleiterin beschäftige ich mich natürlich mehrheitlich mit dem Programm, also mit der «Trüffelsuche» nach neuen Themen, neuen AutorInnen, neuen Trends, aber auch mit dem Prüfen von Buchideen, die an uns herangetragen werden. Einige Buchprojekte begleite ich selbst bis zum Erscheinen, andere schiebe ich an und gebe sie zur Betreuung weiter und noch andere werden durch unsere LektorInnen entwickelt. Ich beobachte, was andere Verlage machen – Verlage im deutschen Sprachraum, aber auch Verlage im Ausland, von denen wir Lizenztitel einkaufen oder an die wir Lizenzen verkaufen. Gerade im März findet die Buchmesse in London statt, ein wichtiger Termin für uns, wo wir uns mit ausländischen Verlagen treffen. Seit vielen Jahren fahren wir zu zweit dahin – Heidi Müller, Lektorin für den Bereich Gestalten, und ich.

Welches Programmfeld des Haupt Verlag spricht dich besonders an?

Als ich im Verlag anfing, sollte ich den Bereich Gestalten betreuen. Der Bereich hatte zwar Tradition im Hause Haupt, aber zum Zeitpunkt meines Eintritts in den Verlag war praktisch kein Werk in der Programm-Pipeline. An meiner ersten Vertreterkonferenz konnte ich eine einzige Neuauflage vorstellen. Das war wahrlich kein Höhepunkt meines Berufslebens. Heute ist der Programmbereich ein sehr wichtiges Standbein des Verlags. Vor knapp zehn Jahren beschlossen wir in der Geschäftsleitung, den Bereich Natur auszubauen. Meine Hauptaufgabe bestand darum in den letzten Jahren darin, diesen Ausbau voranzutreiben. Eben gerade haben wir mit vier Büchern eine Auszeichnung beim Deutschen Gartenbuchpreis gewonnen – wir sind also ganz gut unterwegs. Aber angesichts des schwierigen und teilweise übersättigten Marktes müssen wir die Programmentwicklung sehr sorgfältig und aufmerksam weiterverfolgen. Auf Lorbeeren ausruhen gilt nicht!
Mit beiden Bereichen verbindet mich viel, darum liegen mir auch beide sehr am Herzen. Aber im Moment beschäftige ich mich mehr mit Naturthemen, darum ist mir dieser Bereich wohl gerade auch näher.

Welches Buch liegt derzeit auf deinem Nachttisch?

Ich bin eine Parallelleserin – ich lese immer mehrere Bücher gleichzeitig, und zwar immer etwas Belletristik und ein bis zwei Sachbücher. Im Moment sind das: «Vom Ende der Einsamkeit» von Benedict Wells, der Roman eines jungen deutschen Autors, der darin die Geschichte von drei Geschwistern erzählt, dann von Gerhard Roth und Nicole Strüber, zwei Hirnforschern, das Buch «Wie das Gehirn die Seele macht» und schließlich noch den Fast-Krimi des Wissenschaftspublizisten Bernhard Kegel: «Die Herrscher der Welt – Wie Mikroben unser Leben bestimmen».

Was fasziniert dich an Büchern?

Es sind ganz unterschiedliche Aspekte, die mich faszinieren: als Leserin von Belletristik beispielsweise bewundere ich, wenn es der Autorin/dem Autor gelingt, einen Text mit Sogwirkung zu schreiben, der mich in die Welt des Buches hineinzieht, sei es auf sprachlicher oder inhaltlicher Ebene. Bei Sachbüchern bewundere ich jene Menschen, die Wissen sprachlich schön und auf spannende Weise verpacken können – und natürlich liebe ich es, dass ich mit den Sachbüchern Neues lerne. Bei den Buchprojekten, die ich betreue, sind es zwei Ebenen, die mir besonders gefallen, die inhaltliche und die zwischenmenschliche. Bei jedem Buch arbeiten wir mit anderen Menschen zusammen, jedes Buch hat darum seine ganz eigene Geschichte. Darum empfinde ich auch nach vielen Jahren kaum je ein bedrückendes Gefühl von Routine.

Was ist dein liebster kunsthandwerklicher Gegenstand?

Da habe ich lange überlegt, denn ich habe viele kunsthandwerkliche Gegenstände, die mir viel bedeuten. Ich habe mich für ein Keramikhuhn entschieden, dass im Moment mitten in den gelb blühenden Winterlingen in meinem Garten besonders hübsch aussieht.


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