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Heilsame Wildpflanzen – Vorfrühling

Im Frühjahr beginnt der Kreislauf der Natur von vorne. Im Zyklus des phänologischen Kalenders wandeln wir vom Vorfrühling bis zum Winter auf den Spuren der Natur und entdecken heilsame Wildpflanzen neu.

© Frank Hecker/www.naturfoto-hecker.com

Vorfrühling

Die Tage werden wieder länger, das Licht vertreibt langsam die Dunkelheit und die Natur erwacht zum Leben. Laut des phänologischen Kalenders wird der Vorfrühling mit dem Erblühen der Kornelkirsche eingeläutet. Die goldgelben Blüten vertreiben nicht nur das Grau des Winters, sondern dienen auch als Heilmittel, ebenso wie die Rinde. 

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Die Kornelkirsche kommt eher im südlicheren Mitteleuropa vor, trotzdem lassen sich die Bäume auch hierzulande in Parks und Gärten finden. Bereits vor 2000 Jahren wurde die Kornelkirsche als Heilbaum erwähnt und mit Beginn des Mittelalters in den Klostergärten gepflanzt. Damals wurden noch alle Bestandteile der Kornelkirsche zu Heilzwecken verwendet. Vor allem für Anwendungen im Magen-Darm-Trakt wurde der Heilbaum eingesetzt.

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Das Frühjahr ist der geeignete Zeitpunkt um die Rinde von den Bäumen zu ernten, da dann die Baumsäfte von der Wurzel bis in die Knospen steigen. Am besten schneiden Sie ein bis drei alte Zweige vom Baum ab. Zuhause zupfen Sie die Blüten vom Zweig und legen Sie zum Trocknen aus. Die Äste werden zuerst leicht abgebürstet, um Algen und Flechten zu entfernen. Darauf wird die Rinde mit einem Küchenmesser stückweise geschält und dann getrocknet.

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Rindentee

Die getrocknete Rinde kann als Tee aufbereitet werden. Dazu zerbröseln Sie etwa einen Teelöffel getrocknete Rinde (oder zwei Teelöffel frische) und kochen sie mit 250ml kaltem Wasser auf, lassen sie fünf Minuten köcheln und sieben sie dann ab. Der Tee wird eher bitter schmecken, soll aber nicht gesüßt werden, da gerade die Bitterstoffe hervorragend gegen Durchfall, Magenschmerzen und Fieber helfen.

© Frank Hecker/www.naturfoto-hecker.com

Auch die Blüten können zusammen mit getrockneten Blättern (wenn sie dann später austreiben) zu einem Tee zubereitet werden. Der Tee schmeckt weniger bitter und ist mild, sollte aber höchstens drei Wochen lang getrunken werden, um den Körper nicht an bestimmte Inhaltsstoffe zu gewöhnen.

Blütensalz

Die getrockneten Blüten vermischt mit grobkörnigem Salz ergeben ein farbiges und magenfreundliches Kräutersalz.

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Was ist der phänologische Kalender?

Wir unterteilen ein Kalenderjahr in vier verschiedene Jahreszeiten: Frühling, Sommer, Herbst und Winter. Der phänologische Kalender hingegen unterscheidet weitere kleinere Segmente. Sogenannten Zeigerarten, verlässlich wahrnehmbare Wildpflanzen, markieren den Beginn einer bestimmten phänologischen Jahreszeit. Dieser phänologische Kalender, der den wiederkehrenden Kreislauf in der Natur berücksichtigt und dokumentiert, ist keine Erfindung der Neuzeit, ihn gibt es schon lange – er geriet nur in Vergessenheit.

Alle Informationen stammen aus dem Buch «Heilsame Wildpflanzen» von Katrin und Frank Hecker.


Dieser Beitrag erscheint in einer Reihe. Zu jeder phänologischen Jahreszeit stellen wir eine prototypische Wildpflanze vor und zeigen, wofür sie verwendet werden kann.


 Buchcover