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Heilsame Wildpflanzen – Erstfrühling

Mit der Frühlings-Tagundnachtgleiche wird der Frühling erst so richtig eingeläutet. Die Tage dauern länger und umfassen nun mehr helle als dunkle Stunden. Im Zyklus des phänologischen Kalenders wandeln wir vom Vorfrühling bis zum Winter auf den Spuren der Natur und entdecken heilsame Wildpflanzen neu – das ist der zweite Beitrag in dieser Reihe.

© Frank Hecker/www.naturfoto-hecker.com

Erstfrühling

Dass im Zyklus des Phänologischen Kalenders nun der Erstfrühling  anbricht, zeigen uns die blühende Sal-Weide oder die Schlehensträucher. Und auch die Blätter der Rot-Buche weisen darauf hin, dass der Erstfrühling bevor steht.

Zu dieser Zeit gedeihen auch die Urkräuter der Germanen – der Gundermann und Günsel.

Die beiden Pflanzen ähneln sich nicht nur äußerlich, sondern decken sich auch überaus in ihrer antibakteriellen und entzündungshemmenden Heilwirkung. Während dem Gundermann ein großes Potenzial als schleim- und eiterlösendes Heilmittel zugesprochen wird, gilt der Günsel als leberreinigendes und wundheilendes Kraftkraut.

Achten Sie beim Ernten der Pflanzen darauf, dass Sie die Stängel von Gundermann und Günsel vorsichtig einzeln abknipsen, damit die Ausläufer im Boden bestehen bleiben. Trocknen Sie anschließend die ganzen Kräuter (Stängel und Blüten) an einem luftigen, halbschattigen Ort und bewahren sie in Papiertüten auf.

© Frank Hecker/www.naturfoto-hecker.com

Gundermann und Günsel können auf unterschiedlichste Art und Weisen angewendet werden. Es kann beispielsweise ein Tee, Salz oder sogar eine Heilsalbe hergestellt werden.

Günsel- und Gundermanntinktur

Das ganze Kraut (Blätter, Stängel, Blüten) mit 40% Alkohol (z.B. Wodka, Doppelkorn oder alkoholfrei mit Essig) übergießen und dann nach Anleitung ziehen lassen und abfüllen.

© Frank Hecker/www.naturfoto-hecker.com

Bei einer innerlichen Anwendung beispielsweise bei Verdauungsbeschwerden gilt folgende Dosierung für Erwachsenen: dreimal täglich 10-15 Tropfen in einem halben Glas Wasser einnehmen.

Bei äußerlichen Anwendungen: Bei Entzündungen im Mund- und Rachenraum verdünnt mit etwas Wasser zum Gurgeln verwenden. Beim Waschen von Wunden einen Teelöffel Tinktur in 100ml Wasser geben und damit die Wunde waschen oder einen  Umschlag machen.

© Frank Hecker/www.naturfoto-hecker.com

Alle Informationen stammen aus dem Buch «Heilsame Wildpflanzen» von Katrin und Frank Hecker.


Dieser Beitrag erscheint in einer Reihe. Zu jeder phänologischen Jahreszeit stellen wir eine prototypische Wildpflanze vor und zeigen, wofür sie verwendet werden kann.


 Buchcover