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Beete im Frühjahr vorbereiten

Bei der Bodenbearbeitung im Frühjahr kommt es darauf an, gute Bedingungen dafür zu schaffen, dass Samenkörner gut keimen und sich die Sämlinge zügig weiterentwickeln können. Der Boden soll in dieser Phase nicht mehr tief bearbeitet und gewendet werden, vielmehr soll die Schichtung erhalten bleiben.

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© Brunhilde Bross-Burkhardt


Sobald der Boden abgetrocknet ist, darf das Gartenland betreten werden. In einem regenreichen Frühjahr ist es oft gar nicht so einfach, den richtigen Zeitpunkt für die Bodenbearbeitung zur Aussaat abzupassen. Manchmal sind die Bedingungen erst Mitte oder Ende April günstig. Doch das Zuwarten lohnt sich. Im gut vorbereiteten Boden holen die Saaten die Verzögerung im weiteren Wachstumsverlauf schnell ein.

1. Einebnen und krümeln

Vom Pflügen oder Umgraben im Herbst liegt das Erdreich im Frühjahr oft noch grobschollig und uneben da. Da ist es nötig, die Schollen oder Brocken zu zerkleinern, die Oberfläche einzuebnen und die Erde möglichst fein zu krümeln, sodass ein glattes, gleichmäßiges Saatbett entsteht. Es kann auch nötig sein, Reste von Gründüngungspflanzen oder Mulchmaterial sowie Steine zu entfernen.

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© Brunhilde Bross-Burkhardt

Bei leichtem Sandboden gelingt dies leicht, bei lehmigem und tonigem Boden sind Gespür und vor allem das Abwarten des richtigen Zeitpunkts gefragt, wenn der Boden ausreichend abgetrocknet ist. Bei der Bearbeitung eines zu nassen Bodens besteht die Gefahr, dass er verschmiert und dass Stauschichten entstehen, die das weitere Pflanzenwachstum behindern. Im Optimalfall hat der Frost bereits sein Werk getan und Schollen oder große Bodenbrocken gesprengt, sodass sie über Winter im Zuge der Frostgare in kleine Bodenteile zerfallen sind. Beim weiteren Bearbeiten sollte der Boden in gleichmäßig große Bodenteile oder Krümel zerfallen.

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© Brunhilde Bross-Burkhardt

Die richtigen Arbeitsgeräte zum Einebnen und Krümeln sind Rechen (Harke) und Kultivator. Diese Geräte lockern und krümeln den Boden nur flach, zirka 5 bis 10 Zentimeter tief. Eine tiefere Bodenbearbeitung vor der Saat wäre nicht gut für die Keimung. Nach dem Einebnen und Krümeln ist es gut, den Boden vor dem Säen noch etwas setzen zu lassen, damit sich die Hohlräume schließen und die Saat so bessere Keimbedingungen bekommt.

2. Rillen ziehen

Die meisten Garten- und Feldkulturen werden in Reihen gesät. Der Reihenabstand ist je nach Kulturart unterschiedlich, ebenso der Abstand in der Reihe sowie die Saattiefe. Die Daten für die jeweilige Kulturpflanzenart stehen in gemüsebaulichen Fachveröffentlichungen. In Kurzform stehen sie auch auf den Tüten der Gemüsesämereien.


Nach dem Einebnen und Krümeln folgt das Rillenziehen mit Handgeräten. Das kann ein spezieller Rillenzieher sein, mit dem Saatreihen in vorgegebenen Abständen eingezogen werden. In Gärten nimmt man eine Pflanzschnur beziehungsweise Saatschnur zu Hilfe. Entlang dieser Schnur zieht man mit dem Stielende eines Gartengerätes oder mit einem Rillenzieher eine etwa 1 bis 2 Zentimeter tiefe Rille. Für größere Samenkörner wie die der Leguminosen sollten die Rillen tiefer sein als für kleine Samenkörner.

3. Säen und andrücken

Und schließlich folgt die Aussaat selbst. Die Fertigkeit des Säens besteht darin, die Samenkörner in der richtigen Tiefe und im richtigen Abstand abzulegen. Geübte schaffen dies von Hand. Man kann auch Sähilfen nehmen, die die Samenkörner in gleichmäßigem Abstand ablegen. Noch einfacher geht es mit Saatbändern und Saatteppichen, bei denen die Samen schon im richtigen Abstand eingearbeitet sind. In größeren Gärten oder auf kleinen Äckern sind mechanische Handsämaschinen ideal, bei denen man die Abstände und die Sätiefe einstellen kann. Bei diesen erfolgt das Säen und Walzen in einem Arbeitsgang. Wer nur wenige Beete zu versorgen hat, nimmt zum Andrücken einfach den
Rechenrücken zu Hilfe und klopft die Samen in der Rille leicht an. Alternativ führt man eine spezielle Druckrolle über die Reihe. Danach wird die Reihe mit dem Rechen wieder locker zugezogen.

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Leseprobe aus «Das Boden-Buch» von Brunhilde Bross-Burkhardt


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