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Mein Garten für die Schmetterlinge

©Hélène Rival / Wikimedia Commons

Erinnern Sie sich noch? Früher konnte man irgendwo durch die Fluren streifen und erlebte dann überall bunte Schmetterlinge. Auf blütenreichen Brachflächen, an Waldsäumen, in aufgelassenen Sandgruben und Steinbrüchen, auf Trockenrasen und an Wegböschungen war dies eben ein normales Bild. Mancherorts mag das vielleicht immer noch so sein, aber ansonsten sind der modernen Kulturlandschaft die Falter allenthalben und bedauerlicherweise sogar ziemlich rigoros abhanden gekommen. Selbst in den Gärten, wo sie immer gern gesehene Dauergäste waren, erlebt man eventuell nur noch wenige Arten in durchaus überschaubarer Individuenzahl. Schmetterlinge – so scheint es – stehen ebenso erbarmungslos auf der Aussterbeliste wie viele andere Arten unseres lebendigen Umfeldes, weil man ihnen in der modernen Zivilisationslandschaft (von Kulturlandschaft mag man vielfach gar nicht mehr reden) schlicht die Lebensgrundlagen entzogen hat. Die erwähnten und traditionell typischen Falterbiotope bzw. -fluggebiete mit ihrem reichen Aufkommen blühender Stauden sind zwar regional bzw. lokal immer noch vorhanden, aber das Umfeld in den landwirtschaftlichen Fluren hat sich durch ständige Begiftung gewaltig verändert.

© Flickr / jeffreyw

Was ist angesichts dieser Ausgangslage zu tun? Besorgte Appelle oder gar verbraucherkritische Widerstände gegen die ökologisch untragbaren EU-normierten Vorgaben der aktuellen landwirtschaftlichen Produktion bringen rein gar nichts – die Brüsseler Diktate sind einfach zu unbarmherzig zementiert. Einen ausgleichenden Ausweg weisen lediglich private oder auch auf Vereinsbasis umgesetzte kleine Lösungen, die in ihren Flächensummen aber dennoch einiges bewirken können: Gerade die hauseigenen Gärten sind ein wunderbares und in dieser Aufgabenstellung absolut unverzichtbares Instrument, um arten- und damit naturschutzrelevante Ideen wirksam umzusetzen.

© Flickr / Peter O’Connor

Das Buch «Schmetterlinge in meinem Garten» stellt die im (entsprechend bestückten) Garten erleb- bzw. durch geeignete Maßnahmen wirksam förderbaren Schmetterlinge als besonders liebenswerte und allgemein beliebte Gartengäste in den Vordergrund. Wenn Ihr Garten die darin umrissenen Ökoprofile aufweist, leisten Sie natürlich auch für die übrige sympathische Kleintierwelt einen unschätzbaren Beitrag.

© Flickr / Thomas Bresson

Bruno P. Kremer studierte Biologie, Chemie und Geologie. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Forschung und Lehre und hat zahlreiche erfolgreiche Natursachbücher veröffentlicht, darunter unter anderem im Haupt Verlag «Hecke, Gartenweg und Blumenwiese» sowie «Mein Garten – ein Bienenparadies». «Schmetterlinge in meinem Garten» wurde soeben beim Deutschen Gartenbuchpreis mit dem 2. Preis in der Kategorie Ratgeber ausgezeichnet.


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