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out of the box: ART IN A BOX

In diesem Frühjahr legte Marlis Maehrle bereits ihr drittes Buch vor: «Art in a Box». Nach Papierobjekten und Büchergestaltung hat sie nun ihre Erfahrungen mit Kästchenkunst in Anleitungen und Anregungen versammelt. Auch nach Erscheinen des Buches ist die Inszenierung von Kästchen und Fundstücken natürlich weiterhin ein Herzensthema.

Für uns hat sie nun eine Auswahl an Kästchen zusammengestellt, die seit der Druckfreigabe von «Art in a Box» entstanden sind:

 

Box 1:

Mein Kästchen zum Jahresbeginn: Es hat das après-weihnachtliche Thema Gold & Silber. In einem Weißblechkasten aus der Gartenabteilung im Baumarkt habe ich Metallobjekte wie einen gewalzten Silberlöffel und Uhrwerkteile gesammelt. An meine Papierwelt erinnern nur das Stück Kleisterpapier im Hintergrund, der gefalzte schwarze Kartonstreifen, der die Miniaturteilchen trägt, und die Papierhaut des Spielzeugvogels aus Plastik. Denn man kann auch weniger schönen Objekten durch eine Kaschierung mit (beschriftetem) Papier eine neue Bedeutung verleihen. Um den Text im Hintergrund zu halten, wird der Bezug dann noch weiß lasiert.

 

Box 2:

Mein Kästchen zum sehnsüchtigen Warten auf den Frühling: Beim Aufräumen im noch graubraunen Garten finde ich viele viele skelettierte Blätter, und die Blütendolden der Rispenhortensie haben ebenfalls eine interessante Alterung erfahren. Dieses stille Kästchen zum Winterschlaf der Pflanzen besteht aus dem Deckel einer einfachen Verpackungsschachtel, in die ein naturweißer Karton gebogen eingelegt und dann um die Kanten nach hinten umgefalzt wurde. Für die Blütendolde wird mit der Ahle ein kleines Loch in den Boden der Schachtel gestochen, in das sie eingesteckt werden kann. Die Blätter sind auf einen dünnen Leinenfaden aufgefädelt, (eine Geduldsarbeit, während der man am besten die Luft anhält). Die trockenen Blüten werden mit ihren Stielen in den Faden eingeknotet, beide Fadenlinien werden um die Schachtel geführt und seitlich festgeknotet. Unten an der Dolde wurde eine Blüte durch ein getrocknetes Vergißmeinnichtblütchen vom Vorjahr ersetzt, die blaue Blume der Sehnsucht nach dem Frühling. Im Hintergrund sorgt der mit Schreibmaschine auf ein Stück Strohseide getippte Zen-Spruch «Sit quietly / do nothing / spring comes / and the grass / grows by itself»  für die notwendige Geduld.

 

Box 3:

Mein Kästchen nach Ostern: Endlich ist es da, das GRÜN! Nach dem Schneesturm am Ostersamstag war endlich der Bann gebrochen. Es kommt wieder Farbe in den Garten. Das muss gefeiert werden mit dem tieferen Bodenteil der Verpackungsschachtel für Box 2. Die Rückwand wird mit zartgrünem Ingrespapier kaschiert, in 1cm Abstand davor werden senkrechte Linien aus Bast durch vorgestochene Löcher in Boden und Oberseite der Schachtel gezogen. An der Unterkante wird eine Banderole aus frühlingsgrüner Strohseide (mit Graskantenschnitt an der Vorderseite) um die Schachtel geklebt. Die ausgeblasenen Wachteleier werden auf 0,5 mm dicken, hellgrünen Basteldraht gezogen, der durch vorgestochene Löcher in den Seiten der Schachtel geschoben wird. Dabei zuerst den Draht ins Innere der Schachtel durchschieben, immer nur ein Ei auffädeln, dann den Draht zu einer schönen Kurve biegen, die nach außen weiterläuft, wieder nach innen schieben und das nächste Ei aufziehen. Anfang und Ende der Drahtkurve werden mit einer Spirale fixiert.


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