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Farbpigmente – Tyrischer Purpur

Seit jeher dienen Farben der Menschheit zur Beschreibung ihrer Umgebung. Während in früheren Kulturen Pigmente aus Erde gewonnen wurden, wird in der Moderne vor allem mit chemischen Stoffen experimentiert. Das Buch «Farbpigmente» erzählt die Geschichte der Farben und ihrer Entstehung, wo auch Drachen und Insekten, Alchemie und Gift sowie Sklaven und Piraten ihren Auftritt haben. 

© Adrian Lander

Laut der griechischen Mythologie hat Herkules die Farbe Tyrischer Purpur entdeckt, als sein Hund mit einer purpurn gefärbten Nase auftauchte. Er stellte fest, dass die Farbe von einer Schnecke stammte, die der Hund gefressen hat.

Tatsächlich wird die Farbe aus einem Weichtier, der räuberischen Meeresschnecke (Bolinus brandaris), extrahiert, das im Meer vor der alten phönizischen Stadt Tyros im heutigen Libanon heimisch ist.

Die Farbe war früher ausschließlich Personen mit hohem Ansehen und viel Reichtum vorbehalten. Grund dafür war, dass aus einer einzigen Schnecke nur ein Tropfen des gewünschten Farbstoffs gelöst werden konnte. Für eine Unze wurden daher rund 250 000 Schnecken benötigt. Als im römischen Reich die Herstellung des Tyrischen Purpurs seinen Höhepunkt erreicht, wurden die Fabriken aufgrund des Gestanks der toten Schnecken aus der Stadt vertrieben.

Die hohe Menge an Weichtieren, die für die Herstellung des Tyrischen Purpurs erforderlich war, machte diese Farbe zu etwas besonderem.

Die Informationen stammen aus dem Buch «Farbpigmente» von David Coles.


 Buchcover



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