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„Die Praxis des Gestaltens“ – Anleitung zum Stempeldruck

«Die Praxis des Gestaltens» ist schon das dritte Buch der deutschen Autorin und Kreativexpertin Roberta Bergmann. Das Kreativsachbuch drängt uns mit mehr als 30 praktischen Übungen dazu „zu machen“. Die Aufgaben sind so gefasst, dass sie gewisse Freiheiten in der Umsetzung zulassen und so der eigenen Fantasie und Kreativität nicht im Wege stehen.

Mit der folgenden Anleitung zum Thema «Stempeldruck» eröffnen wir den Gestaltern, Gestalterinnen und Interessierten, welche das Buch noch nicht kennen, einen Einblick.


#5 STEMPELDRUCK-TAPETE

Eine Tapete besteht aus starkem Papier (z. B. Affichenpapier) und ist mit einem wiederkehrenden Muster im Rapport bedruckt. In der folgenden Aufgabe werden Sie ein Tapetenmuster imitieren («imitieren» deshalb, weil das entstehende Blatt keinen Rapport haben muss). Ziel ist es, ein großes Format (z. B. ein weißes oder farbiges DIN A2) mit einem rhythmischen, sich wiederholenden Muster zu bedrucken, indem Sie sich mehrere Stempel mit verschiedenen Ornamenten und Formen schnitzen und diese abdrucken. Das verwendete Papier sollte recht dünn, glatt und ohne Struktur sein. Als Stempel dienen z. B. Plastilin/Modelliermasse (aus einer Kugel Modelliermasse kneten Sie sich eine flache, runde oder eckige Stempelform, die Sie mit Modellierwerkzeugen, Bleistiften, Linolmessern etc. sehr leicht bearbeiten können.), Moosgummi, Pappe (beides sollte auf Holz oder einen anderen festen Träger aufgeklebt werden, damit man es besser in die Hand nehmen kann), Radiergummi oder Kartoffeln. Wenn Sie Modelliermasse zum Stempeln verwenden, brauchen Sie wasserlösliche Druckfarbe (ölhaltige Farbe haftet schlecht an der Modelliermasse, da diese wächsern ist). Setzen Sie sich mit den Kapitelthemen «Rhythmus – Balance – Wiederholung» auseinander und experimentieren Sie mit Anordnung, Abstand, Anzahl, Drehung der einzelnen Stempel.

– © Julia Klein

Materialien: DIN-A2-Papier, Plastilin/ Modelliermasse, Kartoffeln, Moosgummi, Pappe, Holzreste, Radiergummi, Bleistift, Linolmesser, Modellierwerkzeuge, Druckerfarbe (auf Wasserbasis, z. B. Linolfarbe), Walze, Platte zum Ausrollen der Farbe, Lappen, Einmalhandschuhe
Zeitspanne: 3–6 Stunden

 

V A R I A N T E : Statt auf DIN A2 können Sie auch auf DIN A3 oder DIN A4 arbeiten, dementsprechend werden Ihre Stempel kleiner. Das Ergebnis können Sie anschließend z. B. auf DIN A3 hochkopieren oder einscannen und dann auf DIN A2 ausdrucken (mit einem Großformatdrucker).

– © Julia Klein

Hier sieht man einen klassischen Kartoffeldruck mit verschiedenen Hausmotiven, die Dächer sind z. T. durch einen weiteren türkisfarbenen Stempel hervorgehoben und setzen dadurch farbige Akzente.

 

V A R I A N T E : Statt eines Posters oder einer Tapete können Sie auch eine Postkartenserie mit Ihren Motiven entwerfen. Hier nicht vergessen: Die Rückseiten der Postkarten sollten Sie ebenfalls in Ihre Gestaltung einbeziehen.

– © Katharina Hund

Es wurde mit verschieden großen Rundformen gestempelt. Zwei unterschiedliche Farben unterstreichen die Kontrastwirkung des Musters und heben die beiden unterschiedlichen Rundformen gekonnt hervor.


Roberta Bergmann (*1979) studierte Kommunikationsdesign mit den Schwerpunkten Illustration und Buchgestaltung. 2003 gründete sie mit vier weiteren Gestalterinnen die Ateliergemeinschaft Tatendrang-Design, mit der sie 2012 von der Deutschen Bundesregierung zur „Kultur- und Kreativpilotin“ ausgezeichnet wurde.
Roberta Bergmann lehrt im Bereich Gestaltung und Kreativbusiness-Gründung. Sie war u. a. als Gastprofessorin für Gestaltungsgrundlagen an der Hochschule für Bildende Künste in Braunschweig beschäftigt. Neben ihrer Lehrtätigkeit ist sie für verschiedene Verlage als Autorin, Illustratorin und Buchgestalterin tätig. Seit 2019 betreibt sie die Community und den Podcast „Der kreative Flow“. Sie lebt als Freiberuflerin und Kreativschaffende in Braunschweig.
www.robertabergmann.de & www.derkreativeflow.de

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