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Ruf, Oliver

Wischen und Schreiben


Von Mediengesten zum digitalen Text

ISBN: 978-3-86599-217-8


164 Seiten
gebunden, 19 x 12 cm
Kulturverlag Kadmos Berlin, 30.03.2014

Buch

Diesen Artikel verkaufen wir nur in der Schweiz!

Seitenanzahl: 164
Einband: Hardcover/Gebunden
Format: 120 x 190 mm
Sprache: Deutsch


Der Begriff des 'wischenden Schreibens' meint die Privilegierung einer 'Geste', die f├╝r digitale Anwendungen im Hinblick auf die Nutzung und Bedienung entsprechender Medien-Ger├Ąte zentral geworden ist. Eine genuin k├Ârperlich ausgef├╝hrte Bewegung auf deren Oberfl├Ąche ÔÇô realisiert mit den Fingern der menschlichen Hand ÔÇô macht eine Handhabbarkeit der ersten sowie aller folgender Generationen von Smartphones und Tablet-Computer ├╝berhaupt erst m├Âglich. Diese Entwicklung zeitigt zugleich neue Implikationen f├╝r Erscheinungen, die mit Momenten von 'Schrift ', 'Schreiben' und dann auch von 'Hand-Schriften' einhergehen. So schreibt weiterhin die Hand, indem sich die Finger bewegen; sie ahmen traditionelle Schreib-Bewegungen (wie sie etwa bei der Benutzung von Schreibmaschinen ├╝blich sind) nach und doch handelt es sich um einen anderen haptisch-k├Ârperlichen Akt des Schreibens. Dieser nimmt bekannte medientheoretische Bestimmungen w├Ârtlich und macht damit mit ihnen ernst. Wie sich eine solche diskursive Ernsthaft igkeit behauptet, verortet erstmalig der vorliegende Band, nicht ohne die konkrete Anwendungspraxis in k├╝nstlerischer Gestaltung, Kultur- und Medienpraxis aus den Augen zu verlieren. Dabei geht es sowohl um die Verortung 'bewegten Schreibens' im Kontext einer 'postmodernen Epochenschwelle' (Lyotard) als auch um die Fokussierung der Provokationen des Poststrukturalismus auf zentrale theoretische Fluchtlinien. Mithin gefragt werden soll, was sich am Schreiben und dann auch an der Konstitution von Schrift und Text im Kontext zentraler Kulturtechniken ├Ąndert. Durch 'Neue' (digitale) Medien werden hier neue Medien- Nutzungs-'Bewegungen' und auch neue industrielle Medien-Produkte hervorgebracht; sie sind Repr├Ąsentationen eines kulturellen Wandels einschlie├člich desjenigen kultureller Praktiken und Produktionen, kultureller Artikulation und Organisation. Der Anlass des Bandes sind die begrifflichen und angewandten Konsequenzen einer Interpretation solcher Bewegungen und Gesten, so wie sie heute fast ├╝berall bei der Nutzung und Benutzung von Medien vorgenommen werden, was in besonderer Weise den Diskurs des Digitalen betrifft, der die Folgen von medialen Entwicklungen mit Diagnosen kultureller Artikulation diskutiert und sich f├╝r das Ver├Ąnderungspotential 'neuer' Technologien interessiert. Schreiben hei├čt, ein Zeichen (marque) produzieren, das eine Art ihrerseits nun produzierende Maschine konstituiert, die durch mein zuk├╝nftiges Verschwinden prinzipiell nicht daran gehindert wird, zu funktionieren und sich lesen und nachschreiben zu lassen. Jacques Derrida

Autoren/Herausgeber: Ruf Oliver



Oliver Ruf ist Professor f├╝r ├ästhetische Theorie, Medien├Ąsthetik und Kulturwissenschaften an der Hochschule Furtwangen. Als Gastdozent unterrichtete er u.a. an der Universit├Ąt der K├╝nste Berlin, der Z├╝rcher Hochschule der K├╝nste und der P├Ądagogischen Hochschule St. Gallen. J├╝ngste Buchver├Âffentlichungen: 'Zur ├ästhetik der Provokation' (2012), 'Schreibleben. Essays' (2012).
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