Diese Website verwendet Cookies. Durch die weitere Nutzung der Website stimmen Sie der Cookie-Nutzung zu. » Mehr Informationen x
Artikel 1 VON 54
Bühler, Thomas (Hrsg.) / Bühler, Patrick (Hrsg.)

In der christlichen Tradition ist Erziehung weitgehend sakral bestimmt. Sowohl schulische wie auch familiäre Erziehung unterstehen den Bestimmungen des Sakralen und sind in sakrale Institutionen, ihre Handlungsformen und ihre kategorialen Bestimmungen eingebunden. Diese sakrale Dominanz des pädagogischen Feldes reicht weit in die Neuzeit hinein und wird auch durch die Modernisierung und Säkularisierung der westlichen Gesellschaften nicht einfach beseitigt, wie es die militanten laizistischen Vorstellungen des 19. und 20. Jahrhunderts wollen. Vielmehr unterliegt das Sakrale einem Bedeutungswandel: Bruchstücke der ehemals kohärenten sakralen Ordnung finden sich auch in der Moderne. Wie sich dieser Prozess der Sakralisierung, des Wandels und der Neubestimmung der Grenzen von Sakralem und Profanem in der Moderne in der Pädagogik vollzieht, ist bis anhin nur unzulänglich erforscht worden.

Die in diesem Band versammelten Beiträge setzen sich in bildungshistorischer Perspektive mit der Frage nach dem Verhältnis von Sakralität und Pädagogik auseinander und untersuchen, wie Erziehung und Schule in Europa sakral ausgestaltet werden, welche Konfliktlinien auszumachen sind und in welchem Verhältnis die Sakralisierung des Kindes im Modernisierungsprozess zu den verschiedenen wissenschaftlichen Entwicklungen steht.

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar schreiben zu können.
Es liegen keine Kommentare zu diesem Artikel vor.
* inkl. MwSt., zzgl. Versandkosten