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Urwaldfunde im Archiv

Albert_SchweitzerVor 100 Jahren erfüllte sich jemand einen lang gehegten Traum, auf den er über Jahre hingearbeitet hatte. Obwohl er bereits promovierter Theologe war, begann Albert Schweitzer im Jahr 1905 auch noch Medizin zu studieren – da war er immerhin schon 30 Jahre alt und damals galt noch nicht «40 is the new 20»! 1913 war er 38, endlich frisch gebackener Doktor der Medizin und auf dem Weg ins heutige Gabun (das ist ein kleines afrikanisches Land, «nur» rund 6 mal so groß wie die Schweiz), um sein sogenanntes «Urwaldhospital» in Lambarene zu gründen, das bis heute existiert.

War mir Albert Schweitzer zuvor nur ein Begriff aufgrund seiner großen Liebe zu Tieren und der Albert Schweitzer Stiftung in Berlin, die sich für ein würdiges Leben von Nutztieren einsetzt, ging es im Haupt Verlag nun plötzlich um «die Albert-Schweitzer»-Bücher. Der 100. Jahrestag der Spitalgründung gab Anlass zu einem neuen Buch über Schweitzer. Dieses ist ÜBER Schweitzer, aber vor vielen Jahren gab es im Paul Haupt Verlag (so hießen wir früher) auch Bücher VON ihm. Eines seiner Bücher beschreibt das Leben im Spital in Lambarene.

Das alleine ist beeindruckend: Ins Verlagsarchiv hinabzusteigen und das Buch zu suchen, die alten Fotos zu bewundern und zu wissen, dass man gar nicht erst versuchen braucht zu verstehen, was die Gründung eines Spitals in Afrika vor 100 Jahren für ein großer Schritt war.

Nur eine Sache war für mich fast noch beeindruckender: Einen damals vom Verlagsgründer Paul Haupt mit Schweitzer geschlossenen Verlagsvertrag zu finden, ein hauchdünnes Stück Papier, mit Albert Schweitzers Unterschrift am unteren Blattrand. Sie sehen es unter dem Buch auf dem Foto. Ob der Vertrag wohl damals per Post nach Afrika gereist ist?

Buchcover