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Wolkenfahnen am Berggipfel verheißen gutes Wetter

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© wikimedia – Champer

Der Himmel ist wolkenlos, die Kamera mit dabei, nur das Sujet – der Berggipfel – hüllt sich in Wolken. Ärgerlich für Touristen, die von weither angereist sind. Dieses Naturphänomen ist jedoch oft zu beobachten, besonders häufig am Matterhorn, dem wohl beliebtesten Gipfel in der Schweiz.

Die Wolken haften vor allem  in der Gipfelregion und entstehen, wenn die Bergflanken von der Sonne stundenlang aufgewärmt werden und die darüber strömende Luft dabei aufgeheizt wird. Trift die warme Luft dann in der Gipfelregion auf kühlere Luftschichten, wird der Taupunkt unterschritten, der Wasserdampf in der warmen Luft kondensiert und eine Wolke entsteht. Diese Gipfelfahne kann sich stundenlang halten, da sich dieses Phänomen kontinuierlich neu bildet, solange die Sonne die Bergflanken besonnt. An sich kein Schlechtwetterzeichen, den folgende Wetterregel für den Niesen am Thunersee wie auch für den Luzerner Hausberg Pilates besagt:

Hat der Pilatus einen Hut
bleibt im Land das Wetter gut.
Hat er einen Nebelkragen
darf man eine Tour wohl wagen.
Trägt er aber einen Degen,
bringt er uns gewiss bald Regen.

Hat der Niesen einen Hut, wird das Wetter schön und gut.
Hat der Niesen einen Kragen, darfst du es eben auch noch wagen.
Hat er aber Mantel um und Degen, gibt es Sturmwind und Regen.

Mit dem «Degen» ist dabei eine lange Wolkenfahne gemeint, die auf das sichtbare Kondensationsniveau der Luftfeuchtigkeit und damit auf die Niederschlagswahrscheinlichkeit schliessen lässt.

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