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Salzwiesen – ein Lebensraum zwischen Wasser und Land

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Bild: wikicommons Salzwiesen bei Minsen direkt am Übergang zum Watt mit Salz-Schlickgras und Europäischem Queller.

Normalerweise ist Salz für Pflanzen Gift. Die Salzwiesen-Pflanzen werden dagegen mit der ständigen Salzbelastung bewundernswert fertig. Salzwiesen bilden den Übergang zwischen Meer und Land. Aber wie entstehen diese Wiesen, die Flut und Ebbe ausgesetzt sind?

Salzwiesen entstehen, weil jede Flut Schwebteilchen an die Küste schwemmt. Wenn zur Hochwasserzeit die Strömung für kurze Zeit ruht, sinkt feines Material ab und bildet nach und nach eine Schlickschicht. Wenn der Schlick hoch genug angelandet ist, siedelt sich der Queller an – eine sogenannte Pionierpflanze.
Nach und nach wächst das Land höher, im Mittel etwa 1 cm pro Jahr. Bald wird es nicht mehr von jedem täglichen Hochwasser überflutet und zunehmend mehr Pflanzen können Fuß fassen.

Trotz der extremen Lebensbedingungen ist die Salzwiese Lebensraum für zahlreiche Pflanzen und Vogelarten und Insekten. Sie haben sich an die harten Lebensbedingungen der Salzwiesen angepasst und konnten sich diesen Lebensraum erobern. Es gibt auch Arten, die nur in dieser Vegetation vorkommen, sogenannte endemische Arten.

Jeder Kontinent verfügt über flache Gezeitenküsten, die Salzwiesen und eine Vegetation mit Halophyten aufweisen. In Europa sind sie entlang der Nord- und Ostseeküsten sowie des Atlantiks zu finden. Beispiele für Salzwiesen sind auch die arktische Salzwiese, die mediterranen Salzwiesen, die Salzwiesen im pazifischen Raum (Japan, Sibirien und China), und die Salzwiesen Australiens und Tasmaniens oder die an der Ost- und Westküste Nordamerikas. Unter tropischen Bedingungen bilden sich bei ähnlichen geomorphologischen Voraussetzungen Mangroven.

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