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Mein naturnaher Garten

der eigene Wildnisgarten .17 .Juli 2014Im Jahr 2002 kauften Elfi und ich uns ein altes Haus mit großem Grund in Stainz in der Weststeiermark. Seitdem wird gepflanzt und renoviert, wobei es bei der Hausrenovation nicht sehr weiter geht. Wir sind halt beide Gärtner und viel lieber im Garten als im Haus.
6000 m² Steilhang war die Ausgangslage. Die mussten mal begehbar gemacht werden, mit Wegen und Pfaden. Es folgte die Einteilung der Flächen in «Apothekergarten», «Naschgarten», «Wildgarten», «Alpengarten» usw.

Der eigene Wildnisgarten August 2010Das mit dem Alpengarten haben wir bald wieder gelassen, denn Enzian, Alpenscharte und Schopfteufelskralle mögen keine sauren, nährstoffreichen Böden, wie sie hier vorherrschen. Und so setzten wir Rhododendren, Hortensien und Camelien, die ganz hervorragend gedeihen und mittlerweile bereits große Flächen zugewachsen haben.

Unter der Woche wird in der Firma fleißig gearbeitet und am Wochenende gibt’s immer Kräuterwanderungen oder botanische Exkursionen. Zeit für den Garten bleibt wenig und so sieht er auch aus. Aber ich finde das großartig, wenn es so richtig schön wild ist. Ein Fasanpärchen hat sich in der alten Fichte eingenistet und jeden Abend stolziert das Männchen um sein Heim und verabschiedet sich mit einem eigenartigen Geräusch zur Nachtruhe. Wir verstehen die Botschaft und sind dann auch etwas leiser, wir wollen ja nicht stören. Ein bisschen später könnte er aber schon schlafen gehen, denn 19 Uhr ist ja wirklich nicht gerade nächtliche Stunde. Im Gemüsebeet fühlen sich die Rehe wohl, die fressen etwa die Hälfte der Ernte, die Hasen und Wühlmäuse ein weiteres Drittel. Uns bleibt der Rest, die Freude auf diesen ist jetzt aber weitaus größer als vorher. Unten im Ort gibt es einen Bioladen, das entspannt.

Manchmal kommt Besuch zu uns, eigentlich auffallend selten, aber Bio-Gärtner haben wohl einen eigenartigen Ruf. Manche sind begeistert von der Wildnis Garten, andere verfallen in eine Art Schockstarre. Der Redefluss endet abrupt und das Unverständnis ist so richtig in den Gesichtern abzulesen. Das sind die Leute, die glauben, wenn zwei Gärtner ein Grundstück bewirtschaften, muss dies perfekt gepflegt aussehen, mit Englischem Rasen und schnurgerade geschnittener Hecke.
Na ja egal, uns gefällt es und die Tier- und Pflanzenwelt fühlt sich auch sehr wohl in unserem Garten.

Buchcover

2 Kommentare zu “Mein naturnaher Garten

  1. Sehr geehrter Herr Obrist!

    Eigentlich klingt das mit dem Hang in der Stadt, der voll bewachsen ist mit Efeu, Farnen und Sträuchern, schon ganz hervorragend.Wenn es zu wenig bunt ist, würde ich den Purpur-Fingerhut empfehlen, der liebt den Halbschatten und fühlt sich in dieser Gesellschaft in der Regel pudelwohl. Wenn der Untergrund sauer ist, eignen sich auch die verschiedenen Hortensien-Arten und -Sorten, die durch ihre lange Blütezeit von Juni bis August den ganzen Sommer über zieren.
    Jedenfalls stelle ich mir vor, dass der Hang jetzt schon ein ganz wertvolles Plätzchen Erde ist und Heimat für verschiedene Pflanzen- und Tierarten.
    Liebe Grüße
    Norbert

  2. Toll dieser Elan:-)
    Ich habe ein Grundstück mitten in der Stadt, auch eine Hanglage. Ausser Efeu Farn und Sträucher wächst nix. Meinst du ich find im Buch tipps für eine „Ueberarbeitung “ meines Gartens) :-)

    LG

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