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Mauereidechsen bevölkern die Stadt

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© wikimedia – Manfred Heyde

In der Stadt lauern hinter Steinen und Büschen Lebewesen, die viele nicht erwarten. Eidechsen sonnen sich neben Badegästen, im Bahnhofareal und schauen neugierig aus ihren Verstecken heraus. Die kleinen Reptilien kommen vor allem bei sonnigem Wetter aus dem Gebüsch hervor.

 

Während vor allem die Zaun- und die Smaragdeidechse vielerorts selten geworden sind, scheint die Mauereidechse auf dem Vormarsch zu sein. Die überaus anpassungsfähige Mauereidechse besiedelt neben natürlichen Habitaten auch zahlreiche Lebensräume im Siedlungsraum, und selbst in Städten. Besonders häufig treffen wir sie entlang von Bahngeleisen und auf Bahnhofsarealen an. Das ist kein Zufall: Die Mauereidechse wird nicht selten als blinder Passagier mit Zügen von der Alpensüdseite in die Nordschweiz verschleppt. Die größte Population nördlich der Alpen lebt auf dem Gelände des Zürcher Hauptbahnhofs.

Eidechsen verfügen über die aussergewöhnliche Fähigkeit, sich von Körperteilen, im Falle der Eidechse des Schwanzes, zu trennen. Die Wissenschaft bezeichnet dieses Phänomen als Autotomie. Wenn das Tier in eine gefährliche Situation gerät, kann es mit einer kurzen Kontraktion des entsprechenden Ringmuskels ein kürzeres oder längeres Stück des Schwanzes abzwacken. Der Feind wird so abgelenkt: Der Schwanz, der meist auffallend und farbenprächtig gemustert ist, kann nämlich noch bis zu 20 Minuten lang ein gewisses Eigenleben führen. Der Fressfeind stürzt sich auf den zuckenden Fortsatz, während sich das Reptil unauffällig aus dem Staub macht.

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