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Geh‘ wohin der Pfeffer wächst – doch von woher kommt er?

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Illustration von 1832 Pfeffer (piper nigrum)

 

Mit der Redensart «Geh‘ wohin der Pfeffer wächst!» wünscht man bekanntlich eine andere Person sehr weit weg, streng genommen nach Südwestindien. Als «Pfefferküste» bezeichnet man das Gebiet der Malabarküste in Kerala. Bereits seit der Antike wurde das beliebte und haltbare Gewürz von dort mit Karawanen an die Mittelmeerküste transportiert. Dem Portugiesen Vasco da Gama gelang 1498 erstmals der Transport über den Seeweg. In Europa schätzte man den kostbaren Pfeffer nicht nur als Gewürz, sondern auch als Heilmittel, und den Händlern versprach der Luxusartikel reiche Gewinne. Das lukrative Gewürzgeschäft war sicher einer der Gründe, warum es so viele Forschungsreisende vom Mittelalter bis in die Neuzeit nach Fernost zog. Alle kamen mit reicher botanischer «Beute» zurück, die Herbarien der großen europäischen Naturmuseen bezeugen es. Heute wird Pfeffer in vielen Ländern Südostasiens angebaut, aber auch in Brasilien und im Kongo. Der Handel ist selbstverständlich weitgehend in Händen internationaler Konzerne, leider ist der Einsatz von Pestiziden beim Anbau weit verbreitet. Doch gibt es auch hier Ansätze zu nachhaltigen und fairen Produktions- und Handelsformen. So gründete etwa der Hohenloher Landwirt Rudolf Bühler eine Vertriebsfirma, die über 1000 Kleinbauern in Kerala faire Einkommen sichert. Der Anbau erfolgt dabei nach ökologischen Kriterien in Zusammenarbeit mit indischen Nationalparkbehörden. Mehr dazu auf http://www.badische-zeitung.de/deutschland-1/wo-der-bio-pfeffer-waechst–3640197.html

 

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