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Bienentanz – kein reines Vergnügen

Honigbienen tanzen nicht aus Freude oder gar Übermut. Sie kommunizieren tanzend mit ihren Artgenossinnen. In erster Linie dient der Tanz Informationen über die Entfernung von Futterstellen, deren Qualität und Menge mitzuteilen. Tanz oder wiederkehrende Bewegungsabfolgen als Kommunikation einzusetzen, nutzen auch andere Lebewesen, aber so ausgeklügelt und variantenreich wie die Honigbiene tanzt kein anderes Tier.

Kundschafterinnen teilen ihren Artgenossinnen im Bienenstock mit, wenn sie eine gute Futterquelle oder einen geeigneten Nistplatz entdeckt haben. Kehren die Kundschafterinnen mit Nektar zurück übergeben sie die Ausbeute den Vorkosterbienen. Stimmt die Qualität des Nektars, wird die Kundschafterin von der Vorkosterbiene durch energische Fühlerkontakte angeregt den Fundort den wartenden Sammlerinnen mitzuteilen.

Nun beginnt die Tanzaufführung: Befindet sich das Ziel in der näheren Umgebung des Stocks, so zeigt die Kundschafterin nur den Rundtanz. Bei weiter entfernten Futterquellen wird der kompliziertere Schwänzeltanz vorgeführt. Mit der Richtung des Tanzes wird die Richtung des Zieles im Winkel zur Sonne angegeben. Die Geschwindigkeit des Tanzes vermittelt die Distanz. Je schneller die Tanzbewegungen, desto näher liegt die Futterquelle.

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