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Auf Spurensuche nach Unkräutern

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Ich lade Sie ein, sich mit meinem soeben erschienenen Buch «Lob des Unkrauts» auf eine spannende Expedition in den Garten und in den Straßenraum zu begeben: auf der Suche nach Unkräutern. Lassen Sie sich faszinieren von der wild wachsenden Flora an Straßen- und Wegrändern, an Bahndämmen und wilde Ecken. An solchen Plätzen wachsen oft mehr Arten als auf dem Land in ausgeräumter Agrarlandschaft.

Jede Stadt, jeder Stadtteil, jede Straße und jeder Garten hat eine eigene Unkrautflora. Im Süden ist es anders als im Norden, und in Flusstälern anders als im Gebirge. Aus der Zusammensetzung der Unkräuter ist viel über den Standort abzulesen. Ob der Boden leicht oder schwer ist, ob feucht oder trocken, ob nährstoffreich oder nährstoffarm. Es gibt Allerweltsunkräuter, aber auch solche, die spezielle Standorte anzeigen. Nicht überall sind alle Unkräuter da.

Aus vegetationskundlicher Sicht genießen Unkräuter mein uneingeschränktes Interesse und Wohlwollen. Aus der Sicht einer Hausgärtnerin sehe ich die Sache etwas anders. In meinem Garten differenziere ich sehr fein in verträgliche und unverträgliche Unkräuter. «Verträgliche» Unkräuter lasse ich wachsen. Sie breiten sich nicht allzu sehr aus und bedrängen andere Pflanzen kaum. Etliche Arten bereichern den Garten, unvoreingenommen betrachtet, mit ihrer Ästhetik. Ich denke da beispielsweise an die Gefleckte Taubnessel oder an den Gundermann.

«Unverträgliche» Unkräuter versuche ich einzudämmen. Ich sinne nicht darauf, sie ganz aus dem Garten zu verdammen, vielmehr versuche ich, sie auf ein erträgliches Maß zurückzudrängen. Mit Brennnessel, Persischem Ehrenpreis und Vogelmiere gelingt das ganz gut. Beim Giersch allerdings bin ich weniger tolerant. Mit dem stehe ich wie alle Gartenbesitzer auf Kriegsfuß.

Buchcover