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Kremers liebste Landschaften Teil 3: Hecken in der Flur

Hecken in der Flur – ein Lebensraum in langen Streifen

Ende Februar ist – zumindest in den meisten Gebieten nördlich der Alpen – der alles Leben blockierende Winter so gut wie gebrochen. Alle freuen sich auf das nun zumindest andeutungsweise beginnende Frühjahr, das uns statt frostiger Starre und saisonaler Monotonie wieder einen animierenden Blütenflor in vielen Farben bescheren wird.

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Wasser-Schneeball

 

Zu den interessantesten (und aus meiner Sicht geradezu spektakulären) Lebensräumen in der Kulturlandschaft gehören die Feld- und Flurhecken, vor allem wegen ihres fast immer erlebbaren enormen Artenreichtums.

Hier regt sich schon recht früh in der neuen Saison das Leben und gerade diesen Befund finde ich außerordentlich aufregend. Viele vor Ort gebliebene oder schon zurückgekehrte Kleinvögel halten sich jetzt in den Flurhecken auf und ernten, was ihnen Herbst und Winter als sogenannte Wintersteher belassen haben –  die Beeren vom Wasser-Schneeball, die Hagebutten der Wildrosen sowie ein paar sonst übersehene Früchte vom Pfaffenhütchen. Dompfaffen, Girlitze, Heckenbraunellen, Rotkehlchen, Zeisige und viele andere Arten sind jetzt individuenreich vor Ort. Auch dauert es nicht mehr lange, bis die Flurhecken blühen: Hasel, Kornelkirsche und Schlehe sowie die eine oder andere hier eingenischte Weiden-Art machen den Anfang. Die Hasel und ihre näheren Verwandten sind zwar erwiesenermaßen Windblüher, aber die genauere Beobachtung zeigt, dass auch sie gerade jetzt von Pollen sammelnden Hautflüglern (vor allem Bienen und Hummeln) besucht werden.

Kremer_Kulturlandschaften_IN.inddDie aufblühenden Gehölze sind die eine Seite der Medaille.

Auch in der Krautflur unter den Heckengehölzen regt sich jetzt vielfältig neues Leben: Buschwindröschen, Lungenkraut und Scharbockskraut sind von Anfang an dabei, fallweise unterstützt von Lerchensporn und Moschuskraut, beide ausgestattet mit ungewöhnlichen und deswegen überaus interessant konstruierten Blüten. Auch der Huflattich und ein paar sonstige Arten aus dem Kulturland wie Rote Taubnessel sowie die Mieren mischen sich ein.

Die neue Saison ist da – ihre Anzeichen sind unverkennbar.

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