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Haupt-Autorin: Antje von Stemm

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Antje von Stemm verrät uns, warum sie Bücher auseinandergeschnitten hat, ein Blitz sie an ihre Grenzen gebracht hat und sie sich einen Anruf vom Theater wünscht.

 

Zur Neuerscheinung ihres neuen Buches «Die Pop-up-Werkstatt für Kinder» haben wir der HauptAutorin Antje von Stemm einige Fragen gestellt.

 

Wie sind Sie zum Gestalten gekommen?

Eigentlich bin ich gar nicht zum Gestalten gekommen, sondern es ist immer schon da gewesen. Ich habe schon als Kind mit allem gebastelt, was nicht niet- und nagelfest war. Ich habe damit einfach nur nicht aufgehört, als ich älter geworden bin …

vonstemm1Wann sind Sie zum ersten Mal mit Pop-ups in Kontakt gekommen?

Das war auch schon als Kind, wir hatten einige Märchen-Pop-up-Bücher. Die haben mich damals bereits fasziniert – wie so viel Papier flach zwischen zwei Seiten passt. Ich glaube, ich habe mir damals diese Bücher mehr von der Seite als von vorne angeschaut…

Später habe ich dann immer versucht, günstige Pop-up-Bücher auf dem Flohmarkt zu ergattern. Die habe ich dann zu Hause auseinandergeschnitten, um zu begreifen, wie das funktioniert. Das darf man eigentlich gar nicht laut sagen …

vonstemm2Was macht für Sie die Faszination Pop-up aus?

Ich finde es toll, wie man mit den wenigen Grundmechanismen immer wieder andere, neue Pop-ups machen kann. Außerdem bin ich immer wieder begeistert, wenn ich eine gelungene, noch nicht dagewesene Kombination von Papiertechniken in einem Buch entdecke.

Was ist ihre Lieblings-Pop-up-Technik? Warum?

Ich habe keine Pop-up-Lieblingstechnik, aber ich mag Pop-ups zum Selberbasteln. Wahrscheinlich weil sich so am besten das «Begreifen im eigentlichen Sinne» vermitteln lässt.

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Welches Pop-up hat Sie an ihre Grenzen gebracht?

Ich habe einmal für ein Gruselbuch ein Fenster gezeichnet, in dem durch ein Ziehmechanismus ein Blitz aufleuchten sollte. Eigentlich ganz einfach, dachte ich. Und dann habe ich fast zwei Tage lang versucht, die passende Blitzform zu entwerfen – fast hätte ich mich für besseres Wetter entschieden … Es gibt beim Entwerfen von Pop-ups immer wieder Situationen, die man nicht einschätzen kann – und manchmal klappen selbst ganz einfache Pop-ups einfach nicht so, wie sie sollten.

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Welche Pop-up-Projekte wollen Sie noch verwirklichen?

Ach, ich würde gerne mal ein Pop-up-Bühnenbild entwerfen. Das könnte doch gerade für kleine, herumreisende Theater praktisch sein: Wenn man fertig ist, klappt man die Kulissen einfach zusammen und düst los … Also: Falls das hier jemand vom Theater liest: Rufen sie doch bitte mal an!

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Worin liegt der Reiz, Bücher speziell für Kinder zu gestalten und zu schreiben?

Das kann ich gar nicht sagen: Meist denke ich beim Arbeiten überhaupt nicht darüber nach, etwas speziell für Kinder zu entwerfen, das passiert mir einfach so.

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Woher nehmen Sie Ihre Ideen?

Das ist ganz unterschiedlich: Manche Ideen fliegen einen geradezu an, zum Beispiel wenn man gerne ein Buch kaufen möchte, welches es noch gar nicht gibt: Da ist die Idee ganz plötzlich ungefragt da. Andere Ideen entwickeln sich etwas mühsamer durch diszipliniertes Herumdenken. Ich finde, dafür eignen sich lange Bahnfahrten super.

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Was hat Ihnen am Buch «Die Pop-up-Werkstatt für Kinder» am meisten Spaß gemacht?

Ach, die Arbeit an diesem Buch hatte viele schöne Momente: Mir haben die beiden Workshops mit den ganzen Kindern und der Fotografin Martina van Kann sehr viel Spaß gemacht. Da sind aus meinen Pop-up-Ideen durch die Kinder ganz wunderbare Pop-up-Kunstwerke entstanden. Aber auch das Drehen der kleinen Videos war toll, dabei habe ich selbst ganz viel gelernt!

 

 

Alle anderen Videos zum Buch «Die Pop-up-Werkstatt für Kinder» gibt es hier.

Alle Fotos: © Martina van Kann

Buchcover