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Vor der Fasnacht ist nach der Fasnacht – Die fünfte Jahreszeit

Sie ist wieder da: die fünfte (und schönste, lauteste, wildeste, konfettireichste und farbenprächtigste) Jahreszeit ‒ die Fasnacht.

(Für die Nicht-Schweizer-Leser/innen unter Ihnen: die folgende Beschreibung enthält Helvetismen (Fasnacht = Karneval/Fasching) und bezieht sich auf Innerschweizer Fasnachtstradition).

Während dieser Blog online gestellt wird, werden tausende Fasnachtsverrückte (unter ihnen die Autorin dieses Textes) schon seit mindestens 4 Uhr morgens wach sein. Ganz schön früh – aber was macht man nicht alles für die Fasnacht.

Der Schmudo – für alle nicht Fasnächtler, ausgeschrieben Schmutziger Donnerstag – ist einer der Höhepunkte der Fasnacht und startet um 5.30 Uhr mit dem Urknall.

Und dann geht’s los! Die Guggen beginnen alle gleichzeitig zu spielen. Die schrillen und lauten Klänge dringen an das Ohr, es wird gehüpft und mitgewippt, hin und her gerannt, um ja keine Gugge zu verpassen und die Stimmung genossen. Die Zeit vergeht wie im Flug, bald dämmert es und die ersten Sonnenstrahlen lassen sich blicken.

Das ist mal ein anderer Start in den Tag!

Aber eigentlich beginnt die Fasnacht schon früher. Nämlich dann, wenn es Zeit ist, sich ein möglichst fantasievolles und einzigartiges Motto auszudenken. Dieser Prozess ist mit vielen Höhen und Tiefen verbunden, bis aus den bisherigen verworfenen Ideen endlich DAS Motto gefunden wird. Mit der Wahl des Mottos geht der Entwurf des Kostüms einher. In den Monaten vor Fasnachtsbeginn (normalerweise trägt man das neue Kostüme zum ersten Mal am Schmudo) wird also entworfen, skizziert, gebastelt, genäht, gekleistert, gemalt und viele Stunden in das Kostüm investiert.

Ursi aus dem Lektorat ist dieses Jahr mit ihrer Fasnachtsfrauengruppe als Vesuv unterwegs, passend zum Motto „Bella Italia“. Der aus Styropor, Bauschaum und Farbe gestaltete Vulkan komplettiert ihre Kostüme und ihr Motto perfekt. IMG_0779Für ihre Kinder hat Ursi ein Bienen- und Blumenkostüm genäht und gestaltet. Die Tochter ist als Biene verkleidet und der jüngere Bruder ist eine Blume.

Und so hat’s Ursi gemacht:

Für das Bienenkostüm habe ich ein altes Langarm-T-Shirt von mir genommen und ein paar gelbe Stoffstreifen draufgenäht. Die Fühler habe ich mit Pfeifenputzer und angemalten Styroporkugeln gebastelt. Die Flügel aus Karton zugeschnitten und mit Strumpfhosen überzogen. Für die Blume habe ich ein Käppi in der Brocki gefunden, mit Pfeifenputzer eine Blume gebastelt und oben draufgenäht. Das Käppi ist zusätzlich mit farbigen Bändern verziert.

Biene komplettBlume

Die Kostüme sind fertig und der Moment der Präsentation naht. Und dann ist es soweit: Der Umzug beginnt.

Das ist der Zeitpunkt worauf alle gewartet haben, die die letzten Monate Stunden in ihre Kostüme und Masken investiert haben. Die fantasievoll umgesetzten Mottos der Umzugsgruppen, die aufwendig gestalteten Wägen und farbenfrohen Kostüme und Masken der Guggen werden von den zahlreichen Schaulustigen bewundert und bestaunt. Die begeisterten Gesichter der Umzugsbesucher entschädigen die harte Arbeit um das Vielfache.

Auch wenn die Fasnacht nach einer Woche wieder vorüber ist, schon bald beginnen die Vorbereitungen für das nächste Jahr und die Vorfreude steigt.

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