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Horrorgami

horrogami

links: Ziel – rechts: Resultat

Origami ist mein persönlicher Horror. Sollte ich diesen Blog-Beitrag wirklich so anfangen? Wo doch im Herbst ein cooles neues Buch über Origami rauskommt, mit dem man Horrorszenen aus Filmen nachfalten kann!
Aber was soll ich denn machen, die Anleitungen sehen immer so simpel aus, ein paar Striche auf einem quadratischen Blatt, die man „nur“ nachfalten muss. Ganz einfach!!
Und bei vielen Leuten ähnelt das Ergebnis sogar den Bildern in Origami-Büchern. Bei mir aber nicht.
Ich bin halt nicht so die exakte Bastlerin (oder Köchin), für mich braucht es Freiraum für Improvisation. Das sollte man bei Origami aber tunlichst lassen, außer man möchte, dass es am Ende aussieht wie eine zerknüllte Brötchentüte.

Robert Lang hat mir jetzt dabei geholfen, herauszufinden, warum das mit mir und Origami bisher eine schwierige Beziehung ist: Origami ist Mathe! Magic isses sowieso (also bei den anderen, die’s können!), aber es ist eben auch Mathe. Faszinierende Mathe, magical maths … Schaut doch selber.

Schwer fasziniert bin ich ja schon, wenn ich Langs Video schaue, wie er – vorher brav mathematisch berechnete – Fische mit 100-ten von Schuppen aus einem Stück Papier faltet! Das müssen Sie sehen, sonst glauben Sie’s nicht.

Wollen Sie noch von meinem totalen Origami-Tiefpunkt hören?
Letztes Weihnachtsessen des Hauses Haupt. Die Welt schien in Ordnung. Schönes Restaurant, viel-versprechendes Menü, kurze Ansprache und leckerer Weißwein. So weit, so gut. Und dann ging es an die Tische. (halten Sie hier bitte für eine dramatische Pause inne).
Was lag auf jedem Platz, neben Teller, Besteck und Gläsern? Genau. Ein Blatt zum Origami-Falten.
Es sollte ein Frosch werden.
Ich hab’s natürlich versucht, man will ja kein Spielverderber sein! Außerdem … EIN läppisches Origami im Jahr – pah, schaff ich! Aber irgendeine Drehung nicht gemacht, den falschen Froschschenkel irgendwo hingebogen … und zack – oh Wunder – Brötchentüte.

(Disclaimer für die besorgten Tierschützer: eine origamibegabte Buchhändlerin hat sich dem armen Tier angenommen, und es „heilgefaltet“. War natürlich total einfach. Nur kurz zurück und dann … drüberstreichen, umdrehen, siehste, war doch nicht so schwer!)

Buchcover