Kellerhals, Katharina

Der gute Schüler war auch früher ein Mädchen

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Schulgesetzgebung, Fächerkanon und Geschlecht in der Volksschule des Kantons Bern 1835-1897

ISBN: 978-3-258-07603-4

1. Auflage 2010
283 Seiten, 4 Abbildung, 11 Tabellen
kartoniert, 15,5 x 22,5 cm, 476 g
Haupt Verlag
CHF 39.00 (UVP) / EUR 39.00 (D) / EUR 40.10 (A)

Geschichte prägt die Schule der Gegenwart. Dieses Buch gibt einen Überblick über die Entwicklung der Primarschulgesetze, der Unterrichtspläne und des Fächerkanons im gesellschaftlichen Kontext des 19. Jahrhunderts und verfolgt die entsprechenden bildungspoli­tischen und professionellen Debatten in staatlichen Institutionen und pädagogischen Zeitschriften. Schulentwicklung muss nicht lineare Fortschrittsgeschichte sein: Mit dem ersten Gesetz für eine öffentliche Volksschule wurde 1835 im Kanton Bern die liberal-revolutionäre Idee einer gleichen schulischen Ausbildung für Knaben und Mädchen verordnet. Detailliert und quellennah wird der bildungs-politische Prozess, der in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einer geschlechterspezifischen Ausdifferenzierung führte, dargestellt und analysiert. Die Vielfalt der Argumentationsmuster sowie bereits vorhandene Strukturen wie Kleinkinderschulen zeigen, dass eine egalitäre Umsetzung schulischer Bildungsmöglichkeiten erwogen wurde. Nachdem die Arbeitsschulbewegung in den Deutschschweizer Kantonen nur das weibliche Geschlecht erfasste, wurden die Kinder fortan geschlechterspezifisch unterschiedlich gefördert: Die disziplinierende Wirkung bürgerlicher Tugenden konnte sich über den Handarbeitsunterricht optimal entfalten und die Mädchen absolvierten erfolgreich den schulischen Unterricht, während Knaben Turnen und Zusatzunterricht in allgemeiner Bildung erhielten. Der Weg zur Volksschule von heute kann erstmals differenzierter nachgezeichnet werden, was auch für die aktuellen Debatten im Bildungsbereich von Bedeutung ist.

«Als Geschichte eines möglichen Diskurses öffnet die gut strukturierte Arbeit auch außerhalb des innovativen und multiperspektivisch wahrgenommenen Gender-Ansatzes einen Erwartungshorizont, der über die solide dargestellte Bildungsgeschichte hinausführt: Auf einem überschaubaren Feld zeigen sich die historischen Wirkungen gelebter demokratischer Beteiligung, sodass die Arbeit zugleich für die Mentalitäts- und Sozialgeschichte der Demokratie von Interesse zu sein vermag.»
Vierteljahresschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte, 3/2012

«Eine Arbeit, die die Schweizer Geschichte in den Blick nimmt, aber auch für die heutige Bildungspolitik im gesamten deutschsprachigen Raum von Interesse sein sollte.»
Vernetzungsstelle.de, März 2012

«Nicht nur in geschlechtergeschichtlicher Hinsicht stellt Kellerhals‘ Dissertation eine wichtige Ergänzung zur bestehenden Forschung dar. Insgesamt ist die Studie als wichtiger Beitrag zur Schul- und Geschlechtergeschichte zu werten, der nicht zuletzt eine vertiefte historische Auseinandersetzung mit aktuellen Problemen der Schulpolitik ermöglicht.»
Berner Zeitschrift für Geschichte, 1/2012

«Eine facettenreiche Darstellung, die man mit Blick auf die heutige Diskussion mit Gewinn liest!»
Basler Schulblatt, 12/2010

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