Helfenberger, Marianne

Das Schulhaus als geheimer Miterzieher

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Normative Debatten in der Schweiz von 1830 bis 1930

ISBN: 978-3-258-07812-0

Prisma - Beiträge zur Erziehungswissenschaft aus historischer, psychologischer und soziologischer Perspektive 18
1. Auflage 2013
304 Seiten, 18 Abb. s/w
kartoniert, 15.5 x 22.5 cm, 494 g
Haupt Verlag
CHF 42.00 (UVP) / EUR 42.00 (D) / EUR 43.20 (A)

Der Schulhausbau ist im 19. Jahrhundert einem starken Wandel unterworfen. In diesem Buch wird erstmals der Frage nachgegangen, wie und weshalb Normen für den Schulhausbau in der Schweiz von 1830 bis 1930 generiert und in formale Regelungen umgesetzt werden. Die Annahme, Erneuerungen im Schulhausbau betreffend Hygiene, Ergonomie, Ästhetik und Pädagogik hätten erst seit der Wende zum 20. Jahrhundert, insbesondere unter dem Einfluss der Reformpädagogik, stattgefunden, lässt das 19. Jahrhundert in Sachen Schulhausbau als rückständig erscheinen. Dabei wird vergessen, dass in dieser Zeit, gerade was die Zahl der gebauten Schulhäuser und die Entwicklung von Normen betrifft, eine intensive Arbeit geleistet wird, die unter den historischen Umständen innovativ ist. Die Organisation des Unterrichts, Licht und Luft im Schulzimmer und die Gesundheit der Schulkinder haben bereits das frühe 19. Jahrhundert normativ, praktisch und technisch beschäftigt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts findet eine über institutionelle und kantonale Grenzen hinausgehende öffentliche Diskussion statt, die breit rezipiert und professionalisiert wird. Verschiedene professionelle Akteure knüpfen an vorangegangene normative Debatten, staatliche Regulative, bestehende Traditionen und historische Kontexte an, um unterschiedlich motivierte, von Professionalisierungsprozessen beeinflusste Ansprüche an den Schulhausbau zu legitimieren, bis das Schulhaus zum «geheimen Miterzieher» stilisiert wird.

«Ein grosses Verdienst der Autorin ist, dass sie ihre Arbeit am Schluss minutiös und doch gut lesbar zusammenfasst, sodass die Entwicklung der Schule am Beispiel des Kantons Zürich klar hervortritt.»
Schweizerisches Archiv für Volkskunde

Marianne Helfenberger
Marianne Helfenberger studierte Erziehungswissenschaft, Kunstgeschichte und Musikwissenschaft an der Universität Bern. Sie ist Oberassistentin an der Abteilung für Allgemeine und Historische Pädagogik des Instituts für Erziehungswissenschaft der Universität Bern.

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