Bundi, Martin

Gewissensfreiheit und Inquisition im rätischen Alpenraum

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Demokratischer Staat und Gewissensfreiheit. Von der Proklamation der "Religionsfreiheit" zu den Glaubens- und Hexenverfolgungen im Freistaat der Drei

ISBN: 978-3-258-06611-0

1. Auflage 2003
397 Seiten, 2 Grafiken, 1 Karte, 1 Tabelle
gebunden, 15,5 x 22,5 cm, 764 g
Haupt Verlag
CHF 38.00 (UVP) / EUR 38.00 (D) / EUR 39.10 (A)

Ein faszinierender Blick in die Vergangenheit Graubündens, in die Welt des 16. Jahrhunderts zwischen Liberalität, Inquisition und Hexenverfolgungen: Martin Bundis Studie gilt der Frage, wie im Raum des demokratisch verfassten Dreibünde-Freistaats die frühe Proklamation (1526) einer relativen Religionsfreiheit (beschränkt auf Katholiken und Reformierte) zustande kam und auf welche Schwierigkeiten deren praktische Umsetzung stiess.
Vor allem in den bündnerischen Untertanenlanden südlich der Alpen traf der Freistaat auf den Widerstand von Rom und Spanien/Mailand. Diese konservativen Mächte versuchten, jedes Vordringen von Reformation, Liberalität und Demokratie am Südfuss der Alpen, wohin sich zahlreiche italienische Glaubensverfolgte und Freigeister geflüchtet hatten, zu verhindern: mit gegenreformatorischen Programmen und Massnahmen, mit der Inquisition, mit Hexenprozessen. Dem Dreibündestaat gelang es während des 16. Jahrhunderts, die meisten dieser Angriffe erfolgreich abzuwehren. Um 1620 jedoch, nach dem Mord an der reformierten Veltliner Bevölkerung und dem vorübergehenden Verlust des Veltlins, vermochte die gegenreformatorische Bewegung die Gewissensfreiheit und Toleranz im Tal zu ersticken. Gleichzeitig griffen die südlich der Alpen praktizierten und von der Inquisition unterstützten Hexenverfolgungen mit ihren Massenprozessen auf einen Teil der nordbündnerischen Kerngebiete über, Intoleranz und Zwietracht traten an die Stelle eines früheren friedlichen Zusammenlebens.

«Der schweizer Altnationalrat und Privathistoriker Martin Bundi hat ein spannendes Buch vorgelegt.»
Zeitzeichen Mai 2004

«Bundis Buch erweckt nicht nur eine Epoche der Bündner Geschichte aus verschiedener Sicht zum Leben, sondern stellt auch neu die grundsätzlichen Fragen nach dem Zusammenhang von politischer Macht und religiöser Freiheit. Deshalb ist dem Werk ein vielseitiges Interesse zu wünschen.»
Ernst Saxer in Reformatio 4/2004

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