Artikel 20 VON 20
Frutiger, Adrian

Nachdenken über Zeichen und Schrift

Select ISBN: 978-3-258-06811-4

1. Auflage 2005
248 Seiten, Über 200 Fotos und Zeichnungen
gebunden, 22,5 x 22,5 cm, 953 g
Haupt Verlag
CHF 33.90 (UVP) / EUR 24.90 (D) / EUR 25.60 (A)

Wer sich in Paris in der Metro oder im Flughafen Charles-de-Gaulle orientieren will, folgt seinem Beschriftungssystem. Wer durch die Schweiz fährt, liest an allen Autobahnen seine Schrift. Wer nach einer klaren, eleganten und modernen Schrift sucht, wählt oft seine «Univers»: Adrian Frutiger, der große Schriftgestalter unserer Zeit, prägt unseren Alltag, ohne dass es uns bewusst ist.

In diesem Buch macht sich Adrian Frutiger auf die Suche nach den Ursprüngen von Zeichen und Schrift. Er geht der Entwicklung der Schrift nach, von den ersten Spuren in Höhlen und auf Tonplatten bis zur mittelalterlichen Kalligrafie, von der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern bis zum Entstehen der modernen serifenlosen Schriften wie der «Univers», der «Helvetica», der «Gill Sans» und der «Frutiger». Er zeigt auf, wie große Schriftgestalter des 20. Jahrhunderts diese Entwicklungen geprägt und ihn selbst und sein Schaffen beeinflusst und begleitet haben: Emil Ruder, Rudolf Hostettler, Herman Zapf und seine beiden Lehrer Walter Käch und Alfred Willimann. Durch das Buch führt wie ein roter Faden die Hand, jenes Instrument, dem die Menschen ihre Entwicklung verdanken. Ihnen, den Händen, widmet Adrian Frutiger den zweiten Teil seines Buches, es ist das Bekenntnis eines Kunsthandwerkers, der die vielen Jahre seines Berufslebens stets im Bewusstsein seiner beiden Hände gearbeitet hat.

«Das Schönste an diesem sorgfältig gestalteten Buch ist, wie sich hier Bescheidenheit und Dankbarkeit mit Können und Weisheit verbinden.»
DER BUND, 24.12.05

«Der Schrift- und Grafikgestalter und Kunsthandwerker Adrian Frutiger, der selbst eine neue "Frutiger" Schrift entwickelt hat, erzählt und zeigt den Interessierten, wie sich von Zeichen in Höhlen, auf Ton, Häuten und Papier aktuell auf dem PC vorhandene Schriften wie Univers und Helvetica entwickelt haben - zugleich ein überzeugendes der Schrift nachsinnendes Lebenswerk.»
Kulturpunkt, April 08

Adrian Frutiger
Adrian Frutiger wurde am 24. Mai 1928 in Unterseen bei Interlaken in der Schweiz geboren. Nach seiner Schulzeit absolvierte er von 1944 bis 1948 zunächst eine Schriftsetzerlehre in der Druckerei Otto Schlaefli AG in Interlaken. Danach besuchte er für drei Jahre die Kunstgewerbeschule in Zürich. 1952 wechselte er nach Paris und wurde künstlerischer Leiter der Schriftgiesserei Deberny & Peignot. Nach zehnjähriger erfolgreicher Tätigkeit machte er sich selbstständig und gründete zusammen mit Andre Gürtler und Bruno Pfäffli in Arcueil bei Paris ein grafisches Atelier.
1957 zeichnete Adrian Frutiger jene Schrift, die ihn schlagartig berühmt machte: die "Univers". In den Siebzigerjahren erhielt er den Auftrag, das Beschriftungs- und Orientierungssystem für den Pariser Flughafen Charles de Gaulle zu entwickeln. Daraus entwickelte sich sein nächster grosser Wurf: die "Frutiger". Wer heute durch die Schweiz fährt, liest an allen Autobahnen seine Schrift, Postämter, Briefkästen und Postautos tragen seinen Schriftzug, in der Paris Metro leiten Frutigers Schilder die Fahrgäste in die richtige Richtung. Seine Arbeit prägt unseren Alltag, ohne dass es uns bewusst ist.
Am 10. September 2015 ist er im Alter von 87 Jahren in Bremgarten bei Bern verstorben.

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