Weber, Therese

Die Sprache des Papiers

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Eine 2000-jährige Geschichte

ISBN: 978-3-258-06793-3

1. Auflage 2004
222 Seiten, ca. 200 Farbfotografien
gebunden, 23,5 x 26 cm, 1148 g
Haupt Verlag
CHF 53.90 (UVP) / EUR 39.90 (D) / EUR 41.10 (A)

Papier ist der Kulturträger schlechthin. Dank der Erfindung dieses praktischen Beschreibstoffes ist viel Wissen über die Vergangenheit tradiert und bis heute gespeichert worden. Die spannende Geschichte des Papiers findet sich in allen Kulturen. Seine Ursprünge liegen im Fernen Osten, wo bereits in vorchristlicher Zeit eine erste papierähnliche Faserfläche aus Hanf entdeckt wurde und die Erforschung dieses praktischen Beschreibstoffs begann. Das Wissen über die Papierherstellung versuchten die Chinesen zwar geheim zu halten, dennoch fand das Papier seinen Weg nach Korea, Japan und über die Seidenstraße in den arabischen Raum. In Europa hielt das Papier erst im 15. Jahrhundert Einzug. Die fast gleichzeitige Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern ließ den Papierbedarf in die Höhe schnellen und neue Rohstoffe mussten entwickelt werden. Als Ende des 18. Jahrhunderts Nicolas Robert die Langsieb-Papiermaschine erfand, war der Papierrausch nicht mehr aufzuhalten. Aus dem Rohstoff Papier wurden Geldscheine und Pamphlete hergestellt, Heißluftballone und architektonische Bauelemente gefertigt.

Alle diese Stationen, von den Vorläufern des Papiers wie Pergament und Papyrus, Tapa und Amate, bis zu den Auswanderern, die das Wissen über Papier im 17. Jahrhundert nach Nordamerika exportierten, werden in diesem Buch nachgezeichnet. Welche Funktionen Papier neben seiner gebräuchlichsten als Schriftträger in den verschiedenen Kontexten Religion, Politik oder Kunst einnahm, wird dabei speziell beleuchtet.

Die traditionellen Methoden der Papierherstellung haben sich in Japan, China, Tibet, Indien, Myanmar oder Vietnam bis in die Gegenwart gerettet. Die Autorin hat alle diese Länder bereist und berichtet, wie Papierbogen in kleinen Papiermacherdörfern selbst unter problematischen politischen Bedingungen nach alter Sitte geklopft, gegossen und geschöpft werden. Wunderschöne Papierobjekte wie japanische Schiebetüren, Schirme, Kleidungsstücke oder Designartikel aus Papiergarn sind heute längst auch im Westen begehrt.

Die Faszination des Papiers wie auch das Arbeiten mit Papierpulpe haben gegen Ende des 20. Jahrhunderts eine neue Bewegung, den "Papierismus", ausgelöst. Im Galerieteil werden exemplarisch Werke internationaler Künstler/innen, wie Robert Rauschenberg, Franz Gertsch oder David Hockney, vorgestellt.

«Therese Webers Buch über Papier ist ein Grundlagenwerk, das alle Aspekte des Themas aufgreift. Sehr lesenswert, zum Schmökern geeignet und auch optisch durch die Abbildungen ein Augenschmaus.»
SWR – Planet Wissen, 25.10.11

«Dieses Buch ist meiner Meinung nach jetzt schon ein Standardwerk, wenn es um das Thema Papier geht. Kaum eine andere Veröffentlichung zu diesem Thema ist so vielfältig und spannend zu lesen. Ein Muss für jeden, der mit Papier arbeitet oder mehr darüber wissen möchte.»
lehrerbibliothek.de

«Die Entstehungs-und Verbreitungsgeschichte des Papiers, dessen Ursprung im Fernen Osten liegt, und die Findigkeit der Menschheit im Umgang mit diesem Material ist spannend wie ein Krimi.»
VÄV Magasinet 12/04

«Ein Werk, das den alltäglichen Gebrauchsstoff Papier in einem ganz anderen Licht erscheinen lässt. Therese Weber hat daraus ein begeisterndes Buch gemacht.»
bindereport 1/2005

«Ein wunderschönes Buch, das daran erinnert, wie wertvoll Papier einst war und in vielen Kulturen auch heute noch ist.»
PANDA/WWF 12/04

«Wer sich bereits für Papier interessiert, dem hat dieses Buch mit seinem fundierten Überblick schon lange gefehlt - wer sich bisher noch nie Gedanken über die Bedeutung von Papier gemacht hat, erhält hiermit die Gelegenheit, eine faszinierende Welt und ihre Geschichte zu entdecken.»
Tibet-Forum, 3/2004

Therese Weber
Therese Weber (1953) hat nach Abschluss des Lehrerinnendiploms in der Schweiz an der FHBB, Fachhochschule für Gestaltung Basel, an der "University of California", Irvine, und am "College of Fine Arts", Berkeley/San Francisco studiert.
Seit 1985 beschäftigt sie sich mit asiatischer Kultur, besonders mit den geschichtlichen, kulturellen und kunsthistorischen Zusammenhängen von Papier und dessen weltweiten Verknüpfungspunkten.
1988 wurde ihr erstes Buch "Washi - Vergangenheit und Gegenwart der japanischen Papiermacherkunst" veröffentlicht. Im Herbst 2002 folgte das Buch "Osttibet, Brücke zwischen Tibet und China", das sie zusammen mit Christoph Baumer publiziert hat. Weitere Publikationen finden sich in verschiedenen Fachbüchern und Journalen.
Therese Weber geniesst als Kunstschaffende internationale Anerkennung. Ihre Werke sind in privaten Sammlungen, öffentlichen Institutionen und "Kunst-am-Bau"-Projekten im In- und Ausland vertreten. 1992-1996 war sie Präsidentin der IAPMA, International Association of Papermakers and Paperartists, die sie mitbegründete.
Ausserdem ist Therese Weber Dozentin für visuelle Ausbildung an der HPSABB, Hochschule für Pädagogik in Liestal/Basel. Als Gastdozentin war sie unter anderem an der "National University of Australia" in Canberra tätig.

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